Erfolgreiches Sattelseminar mit Katja Lange

Am Sonntag, den 23.02.2014, begann um 14 Uhr das Sattelseminar mit Katja Lange, Pferdewirtschaftsmeisterin, erfolgreiche Dressurreiterin bis Klasse S (ausgezeichnet durch die Stensbeck-Plakette) und ausgebildete Pferde- und Sattelergonomin durch Saddlefit4Life.

Zunächst berichtete Frau Lange, wie es dazu kam, dass sie sich intensiv mit dem Sattelthema auseinandergesetzt hat. Durch ihre über 25-Jährige Berufserfahrung als Bereiterin erkannte sie, welchen positiven Einfluss ein gut passender Sattel für Pferd und Reiter hat und gleichzeitig sah sie, wie vielfältig die negativen Folgen und gesundheitlichen Langzeitschäden für Pferde und Reiter sind, wenn mit einem nicht passenden Sattel regelmäßig geritten wird.
Jeder möchte sein Pferd möglichst gesund erhalten, damit man lange mit Freude reiten kann. „Es ist aktiver Tierschutz, wenn man seinem Pferd einen passenden Sattel angedeihen lässt“ und somit  „ein zufriedenes und losgelassenes Pferd bekommt, das seinem Reiter dann auch die nötige Zufriedenheit und das reiterliche Hochgefühl“ gibt, betonte Frau Lange.
Wenn man einen neuen Sattel braucht oder Probleme vermutet, die auf einen drückenden Sattel zurückzuführen sind, wendet man sich erfahrungsgemäß an einen Sattlermeister. „Die meisten verstehen hervorragend ihr Handwerk, einen Sattel anzufertigen und zu verändern“, erklärte die Seminarleiterin. Doch oft besteht die Schwierigkeit darin, den besonderen Ansprüchen jedes einzelnen Pferdes gerecht zu werden und den Sattel so anzupassen, dass er optimal sitzt.
So ließ sich Katja Lange als Pferde- und Sattelergonomin ausbilden. Es ist ihr zu einer Herzenssache geworden, das wurde während des Seminars sehr deutlich.
Angefangen mit der Geschichte des Reitens ab etwa 800 vor Christus, über die Entwicklung des Sattels in den verschiedenen Zeitepochen, besonders erwähnt sei hier das Mittelalter, in dem das Pferd nicht nur wendig in der Schlacht sein, sondern auch ein enormes Gewicht, den Ritter in seiner schweren Rüstung tragen musste, entwickelte sich das Pferd als Arbeits- und Nutztier zum heutigen modernen Freizeitpferd. Katja Lange beschrieb die verschiedenen Veränderungen der Pferdeanatomie durch die Zucht und besprach intensiv die Einflüsse (Futter, Alter, Gesundheitszustand, Training) und wie diese auf die Pferde wirken. Über die funktionelle Anatomie des Pferderückens, leitete sie geschickt zu den Vor- und Nachteilen verschiedener Funktionalitäten des Sattelbaus über, erklärte typische Langzeitschäden und weiter zu den verschiedenen Punkten auf die zu achten ist, um einen Sattel zu beurteilen. Auch der unterschiedliche Beckenaufbau bei Männern und Frauen und welche Konsequenzen dies bei der Sitzhaltung zu Pferde mit sich bringt, wurde humorvoll erörtert.

Nach knapp drei Stunden Theorie und einer Kaffeepause ging es zum heiß ersehnten praktischen Teil über. Ein Pony wurde als erstes Beispiel in die Halle geführt. Schnell zeichnete Frau Lange mit bunter Kreide Schulterblatt, Trapezmuskel, Trizeps, Rippenbogenende und Wirbelkanal auf, so dass wir den Rücken des Pferdes mit anderen Augen sahen. Dann wurden die drei zur Verfügung stehenden Sättel aufgelegt und deren Sitz diskutiert.
Anschließend wurden auf Wunsch von Frau Lange zwei weitere Pferde geholt, die sich besonders durch ihr Alter unterscheiden sollten: Eine ältere Stute, mit einem außergewöhnlich langen Rücken, „dieses Modell wird heut zu Tage nicht mehr gebaut“, schmunzelte die Sattelergonomin und nahm Bezug auf ihre vorherigen Ausführungen über die Zucht, und eine jungen Stute mit kurzem Rücken, die gerade im besten Training steht. Dank der Kreidehilfslinien konnten wir den Erklärungen gut folgen und nachvollziehen
.
Gegen 19 Uhr endete das Sattelseminar mit der Erkenntnis: „Jeder Sattel ist nur so gut, wie der, der ihn anpasst.“

Einen Dank an die Organisatoren, die Kuchen und Kaffeespenden, an die Pferdebesitzer und die Vierbeiner, die sich von den interessierten Seminarteilnehmern geduldig im Sattelbereich befühlen ließen und besonders an Frau Lange, die uns an ihrem reichhaltigen Fachwissen zum Wohl der Pferde teilhaben ließ und mit Begeisterung und humorvoll den Nachmittag kurzweilig gestaltet hat.   D.N.